Was geschieht, wenn Künstliche Intelligenz über Kunstförderung entscheidet?
Seit 2024 vergibt YouTransfer e.V. jährlich Stipendien an Künstler:innen, die sich mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen. Gleichzeitig ist das KI Fellowship ein fortlaufendes Experiment: Jedes Jahr entwickeln wir ein neues Verfahren, in dem KI darüber entscheidet, wer gefördert wird.
Dabei untersuchen wir nicht nur, wie Künstliche Intelligenz urteilt, sondern auch, was ihre Entscheidungen über unsere eigenen Verfahren erzählen. Was macht eine Kunstjury eigentlich? Nach welchen Kriterien entsteht ein Urteil? Ist eine Maschine objektiver – oder nur auf andere Weise voreingenommen?
KI verändert längst auch die Kunstförderung selbst: Bewerbungen werden mit ihr geschrieben, Konzepte entwickelt und Arbeiten vermittelt. Im KI Fellowship setzen wir sie deshalb auf die andere Seite des Tisches und untersuchen, wie sich der gesamte Prozess verändert, wenn KI nicht nur Teil der Bewerbung, sondern Teil der Entscheidung wird.
Konzept und künstlerische Leitung: Clair Bötschi
III
2026
läuft
KI-Agenten entscheiden, wer die Stipendien bekommt
2026 wird die Bewerbung selbst zum Teil des Auswahlverfahrens. Die Bewerber:innen entwickeln einen eigenen KI-Agenten, der ihre künstlerische Position im Verfahren vertritt.
In AGORA bilden diese Agenten gemeinsam die Jury. Jeder Agent vertritt eine Bewerbung und urteilt zugleich über die anderen. Sie reagieren aufeinander, verhandeln und entscheiden gemeinsam, wer die Stipendien erhält.
Das KI-Fellowship untersucht damit, was geschieht, wenn Maschinen nicht nur Kunst betrachten und bewerten, sondern Menschen vertreten, miteinander verhandeln und gemeinsam Entscheidungen treffen.
Bewerbung: 8. Oktober bis 8. November 2026, 23:59 Uhr.
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II
2025
KIs sehen Kunst
2025 wurde das Verfahren radikal reduziert: Die Bewerbung bestand aus einem einzigen Bild. Kein Text, kein Konzept, keine Biografie. IKARUS analysierte die anonymisierten Einreichungen anhand von sieben festgelegten Dimensionen.
IKARUS bestand aus mehreren Vision-Modellen, die die Arbeiten unabhängig voneinander bewerteten. Ihre Ergebnisse wurden anschließend zusammengeführt, um Schwankungen und Eigenheiten einzelner Modelle auszugleichen. Die Entscheidung fand mit IKARUS LIVE öffentlich statt – ohne menschliche Jury und ohne nachträgliche Korrektur.
Gefördert wurden die beiden höchstbewerteten Arbeiten sowie bewusst die Arbeit mit der niedrigsten Bewertung.
Die Stipendiat:innen
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Hannah J. Kohler
Stuttgart
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Sarah Kungl
Karlsruhe
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Simon Stegmann
Hamburg
Dokumentation KI-Fellowship 2025 →
I
2024
Eine KI entscheidet über Kunstförderung
Zum Auftakt des KI-Fellowships übernahm AIDEN, ein KI-Kunstkritiker aus einem Kunstprojekt von Clair Bötschi, die Rolle der Jury. AIDEN las 38 Bewerbungen, bewertete sie nach festgelegten Kriterien und entschied eigenständig über die Vergabe von drei Stipendien.
Die Bewerber:innen sollten bereits ihre Bewerbungstexte mithilfe von KI erstellen. Damit war KI auf beiden Seiten des Verfahrens beteiligt: beim Formulieren der Bewerbungen und bei der Entscheidung darüber, welche Projekte gefördert werden.
Die Stipendiat:innen
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Eunjeong Kim
Beyond the Canvas · Braunschweig
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Max Haarich / Claude AI
Smart Hans · München
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Julia Hainz & Carmen Westermeier
The Symbiotic Approach · Frankfurt am Main / Stuttgart
Dokumentation KI-Fellowship 2024 →